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Die Sage von Arnstein

 

Es soll auf Arnstein eine hartherzige Burgfrau gegeben haben, die um Almosen bettelnde arme Leute mit Hunden von der Burg hetzen ließ. Kurz darauf gebar sie einen Knaben mit einem Kopf, der einem Hundekopf ähnelte. Voll Entsetzen ließ sie das Kind ersäufen. Ihr Gemahl, eben vom Kreuzzug heimgekehrt, erfuhr die Untat seiner Frau und ließ sie zur Strafe in einem Fass, dessen Innenwand mit spitzen Nägeln besetzt war, den Burgberg hinunterrollen.

Dort, wo das Fass im Tal liegen blieb, ließ er zur Sühne eine Kapelle erbauen. Angeblich steht die heutige Kirche von Raisenmarkt an dieser Stelle.

 

Bemerkenswert ist, dass sich in der Pfarrkirche von Alland ein Grabstein befindet, der ein auf dem Rücken liegendes, hundeähnliches Tier zeigt, aus dessen Körper eine Lilie emporwächst. Was diese Darstellung bedeuten soll und woher der Grabstein stammt, ist unbekannt. Die Sage bringt ihn in Zusammenhang mit dem missgestalteten Kind der hartherzigen Arnsteinerin.

 

 

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin, dem Buch "Das Buch von Alland" von Erich und Christl Dorffner, entnommen. Herausgegeben 2002 im Eigenverland der Gemeinde Alland.